Geschichte

Die Absicht, ein Lager für die „unerwünschten polnischen Elemente“ zu schaffen, entstand bei den Nazi-Behörden der Freien Stadt Danzig bereits lange vor Ausbruch des Krieges. Etwa seit dem Jahre 1936 wurden Karteien für Polen aufgestellt, die voraussichtlich verhaftet werden sollten. Im Juli 1939 wurde eine besondere SS-Einheit „Wachsturmbann Eimann“ gebildet, deren Aufgabe es war u.a. Internierungslager zu organisieren, und die entsprechenden Orte dafür zu finden. Mitte August 1939 wurde der Platz für das künftige Konzentrationslager Stutthof gewählt.

Mit dem Überfall Hitlers auf Polen begannen in der Freien Stadt Danzig Massenverhaftungen. Allein am ersten Kriegstag wurden ca 1500 Personen festgenommen. Die Opfer der Verhaftungen waren in erster Linie Polen, die aktiv am Gesellschafts- und Wirtschaftsleben beteiligt waren sowie Aktivisten und Mitglieder der polnischen Organisationen in Danzig. Unter den Verhafteten wurde eine Gruppe von ca 150 Personen ausgewählt, die bereits am 2. September 1939 nach Stutthof gebracht wurden. So begann die mehrjährige tragische Geschichte des Konzentrationslagers Stutthof.

Stutthof sollte hauptsächlich zur Ausrottung der polnischen Intelligenz in der freien Stadt Danzig und in Westpreußen dienen. Seit 1942 kamen nach Stutthof auch Transporte aus den übrigen besetzten Gebieten. Zu dieser Zeit wurde aus Stutthof ein internationales Konzentrationslager. Im Juni 1944 wurde Stutthof in die Durchführung der „Endlösung der Judenfrage“ einbezogen, und somit wurde es zum Massenvernichtungslager.

In den 5 Jahren seines Bestehens ist Stutthof von einem kleinen Lager mit 12ha Flache, bestimmt für ca. 3500 Häftlinge (im Jahre 1940) zu einem Lager von 120ha für 57 000 Häftlinge (im Jahre 1944) gewachsen. Es hatte auch insgesamt 39 Außenlager.

Stutthof wurde ein Lager für 110 000 Häftlinge: Männer, Frauen und Kinder, Bürger aus 28 Ländern, über 30 Nationalitäten. Darunter waren Polen, Juden, Russen, Ukrainer, Weißrussen, Litauer, Letten, Estlander, Tschechen, Slovaken, Finnen, Norweger, Franzosen, Deutsche, Österreicher, Engländer, Spanier, Italiener, Jugoslawen,

Ungarn und Zigeuner. Während des Lageraufenthaltes waren sie verschiedenen Vernichtungsmethoden ausgesetzt: Sklavenarbeit, Hunger, menschenunwürdige hygienische Bedingungen, Krankheiten, physische und psychische Mißhandlungen. Infolge der vernichtenden Lagerverhältnisse wie auch Exekutionen durch Erschießen, Erhängen, Mord in der Gaskammer (unter Anwendung von Zyklon B), tödliche Phenolspritzen ins Herz, Schlagen und Foltern, schließlich während der Lagerevakuierung auf Land- und Wasserwegen sind 65 000 Menschen den Märtyrertod gestorben.

Stutthof wurde am 9. Mai 1945 durch die sowjetischen Truppen der 48. Armee der III. Belorussischen Front befreit